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Montag 27 August 2012 |  Kategorie: Turniere | 
Erstellt von: Stephan Müller

Stephan ist Europameister, Natalie sehr gute Vierte

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An der EM in Colchester (England) holt sich Stephan mit dem Sieg in der Master-Kategorie erstmals einen grossen internationalen Titel. Natalie war lange nahe an der Medaille dran, musste dann aber in der letzten Runde hart kämpfen um den Vierten Rang zu verteidigen.

Nachdem Stephan auf der finalen Bahnen 15, 16 den Vorsprung verloren hatte und auf der 17 der Schwede Peter Bygde ihn überholte, schien das Rennen um Gold gelaufen. An der 18 konnte er aber den Schweden ins Stechen zwingen das er an der zweiten Bahn für sich entschied. Natalie wurde bei den Damen, hinter einer schwedischen Übermacht, Vierte. Sie zeigte eine sehr gute Leistung und kann auch wenn der Vierte Rang undankbar ist, sehr zufrieden sein.

Ein paar persönliche Gedanken von Stephan zum EM Titel und dem Weg dazu:"Wie etwas zu Stande kommt ist meist nur für einem selbst wichtig und bleibt entsprechend in Erinnerung, bei einem dramatischen Ende wie in meiner letzten Runde wohl auch für die Teamkolleginnen und Kollegen. Bereits vor der EM konnte ich kaum eine Runde spielen ohne auf einer oder zwei Bahnen die Konzentration und das Konzept zu verlieren. Ich wusste was die Gründe waren und hoffte das an der EM ich davon verschont werde, da ich unter Druck umgesetzt in Konzentration oft besser werde. Nach einer ersten zufriedenstellenden Runde musste ich enorm um mein Spiel kämpfen und war buchstäblich geschockt wenn wieder einer dieser Aussetzer auftrat. Das ist nicht typisch für mein Spiel, ich spiele eine Bahn auch mal schlecht, ja, aber nicht so schlecht wie dieses Jahr. In der finalen Runde spielte ich mich Stück um Stück bis an die Spitze und alles lief sehr gut bis zur viertletzten Bahn. Das Wurfgefühl war weg und ich begann im Kopf einmal mehr in dieser Woche mein Spiel zu verlieren, plötzlich und ohne erkennbare Umstände. Ich war aber guter Dinge, denn ich konnte mir einen Aussetzer an einer Bahn mit dem vorhandenen Vorsprung leisten. An der 15 musste ich das Bogey nehmen. Die 16 spielte ich dann völlig ohne Konzept, was auf dem Spiellevel und auf einem anspruchsvollen Parcours fatal ist. Ich musste in die geschockten Gesichter der Schweizer Teammitglieder schauen und einfach versuchen mein Bewusstsein und dadurch mein Spiel wieder zu finden. Der Vorsprung war weg und am folgenden Loch hatte ich zwar mein Spiel wieder, aber der Schrecken sass tief und so war der Drive verkrampft und ungenügend. Peter Bygde holte sich souverän das Birdie und ich setzte den Putt aus 20m an den Korbrand.
Das war es also, weg war der schon sicher geglaubte Titel! Aus meiner Erfahrung war mir klar, ich musste jetzt schnell und konsequent handeln, noch ist es nicht vorbei und eine letzte Spielbahn galt es zu meistern. Es lag nicht mehr in meiner Hand, Peter konnte mit einem Birdie alles klarmachen und so machte ich mich auf den Weg zum letzten Tee und versuchte in diesen wenigen Sekunden in meinem Kopf und Herzen die nötigen Vorraussetzungen zu schaffen. Ich musste, diese von Aussen betrachtet klägliche Niederlage annehmen, dass es aussah ob ich Nerven gezeigt hätte, obwohl ich wahrscheinlich das beste Disc-Golf bei den Mastern an dieser EM gezeigt hatte, wenn nicht diese Aussetzer gewesen wären. Nach dem Drive lag Peter etwas weiter vom Korb entfernt und traf mit seinem Putt den Korb zu hoch und spielte Par. So ... , ich musste nun diesen ca. 9-10m Putt treffen um mich ins Stechen zu retten. Ich bin sicher diesen Putt hätte ich nicht getroffen, wenn ich nicht bereits vor dieser Bahn, das aus meiner Sicht klägliche Scheitern akzeptiert hätte, was hart ist, aber nötig um den Fokus wieder darauf zu richten was zu tun ist um das scheinbar Unvermeidliche zu vermeiden. Peter lies die Tür einen Spalt offen, ich kriegte den Fuss dazwischen und holte mir im Stechen den Titel. Ich kann besser und vor allem konstanter spielen als an dieser EM, aber die mentale Leistung war nicht nur Titel würdig, sondern eine Topleistung. Der Meister zeigt sich nicht wenn alles gut läuft, sondern wenn einiges schief läuft und man trotzdem das Beste aus dem Moment macht. Meine Gefühle schwankten an dieser EM zwischen Momenten des totalem Frustes und grosser Freude, Freude dabei zu sein, den Spirit und die Unterstützung im Schweizer Team zu spüren, sich mit anderen zu freuen, mitzufiebern und andere unterstützen zu können.

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